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Allgemein

Demokratiebildung und Dialog in Zeiten der „Identitätspolitik“

By 9. Dezember 2021Dezember 14th, 2021No Comments

Dialog macht Schule startete im Herbst 2021 eine Fachtagreihe zum Thema ‚Identitätspolitik‘.

Ziel ist es, eine mit hoher Expertise besetzte interne Plattform zu schaffen, um eine differenzierte und sachbezogene Auseinandersetzung zu einem Diskurs anzuregen, der sich in den letzten Jahren zunehmend polarisiert hat und die Gesellschaft zu spalten droht. Debatten um ‚Identitätspolitik’ und den richtigen Umgang mit Diskriminierung und Rassismus beherrschen zunehmend den öffentlichen Raum. Pädagogische Fachkräfte reagieren teilweise verunsichert und stellen sich Fragen zu den Auswirkungen auf ihre praktische Arbeit. Auch die Qualifizierung von Akteur*innen der Demokratiebildung steht vor neuen Herausforderungen.

Fachtag I: Identitätspolitische Herausforderungen am Beispiel der Rassismuskritik

Den Auftakt bildete am 8. November der erste Fachtag mit dem Thema „Identität statt Diskurs? Diskursivität in der politischen Bildung und ihre Gefährdungen“. Prof. Dr. Wolfgang Sander, langjähriger Vertreter des Fachs Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der Universität Gießen, setzte sich in seinem einleitenden Vortrag kritisch mit dem identitätspolitischen Kontext der ‚Rassismuskritik’ auseinander und gab Empfehlungen für die politische Bildung.

Anschließend tauschten sich die Teilnehmenden aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven darüber aus, inwieweit ihre Praxisfelder von dem Thema ‚Identitätspolitik‘ berührt werden.

Fachtag II: Praxisansätze im Austausch

Am 6. Dezember wurde die Fachtagreihe fortgesetzt. Dieses Mal lag der Fokus auf Praxisansätzen, die Zugehörigkeit und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der Einwanderungsgesellschaft befördern. Karima Benbrahim vom IDA-NRW, Ahmad Mansour von MIND prevention und Guido Schulz von der Schulaufsicht Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin gaben in Impulsbeiträgen Einblicke in ihre Arbeitspraxis. Anhand der vorgestellten Beispiele wurde deutlich, dass in der Arbeit mit Schüler*innen zahlreiche brisante und sensible Themen wie z.B. Zugehörigkeit, Ausgrenzung, Religion oder der Nahostkonflikt nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.

In Kleingruppen und im Plenum wurde vertiefend über Perspektiven der Schulentwicklung und die Verbesserung der Kooperationen mit außerschulischen Trägern diskutiert. Ferner wurde diskutiert, wie sich die identitätspolitischen Debatten auf die Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften auswirken.

Auf beiden Veranstaltungen empfanden die Teilnehmenden die offene Diskussion über diese aktuell sehr umstrittenen Themen als fruchtbar und waren sich darin einig, dass der Austausch fortgesetzt werden sollte.

Wir bedanken uns bei den Teilnehmenden aller Mitgliedsorganisationen des Kompetenznetzwerks „Demokratiebildung im Jugendalter“ (KNWDJ), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA), des Deutschen Jugendinstituts (DJI) sowie der Abteilung Integrationspolitik der Landeshauptstadt Stuttgart für ihre Teilnahme und ihre fachlichen Beiträge.

Die Fachtagreihe wird im Frühjahr 2022 fortgesetzt.