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Allgemein

DMS CAMPUS: II. ‘Zugehörigkeit in der Migrationsgesellschaft’ – Wie lässt sich Zugehörigkeit praktisch gestalten?

By 16. Mai 2024No Comments

Muhammet Mertek, Lehrer an einer Gesamtschule in Hamm mit vielen türkischstämmigen Kindern, Cordula Heckmann, langjährige Leiterin und Managerin des Campus Rütli in Berlin-Neukölln, und Jörg Schäfer, Leiter der Fachstelle ‚Starke Lehrer – starke Schüler‘ am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM), berichteten in diesem Webinar aus ihrer Praxis und gaben Empfehlungen zur Gestaltung von ‚Zugehörigkeit‘ in Schulen. Ohne ein Grundgefühl von ‚Zugehörigkeit‘ gerade in Schulen mit einer großen Vielfalt ethnischer, sozialer und kultureller Prägungen – so die These der Veranstalter – kann eine demokratische Bildung und Teilhabe der Schüler nicht wirklich gelingen.

Wie aber kann Schule auf der Ebene des Unterrichts, der Schulleitung und der Fortbildung dazu konstruktiv beitragen? Wie können (unter anderem) ‚angstfreie Diskussionsräume‘ geschaffen werden, in denen alle Schülern Gelegenheit haben, sich mit ihren Themen und Fragen einzubringen?

Muhammet Mertek zeigte anhand von Beispielen aus einer Gesamtschule in Hamm, wie stark verbreitet auch bei Schülern der vierten Generation eine alltägliche Orientierung an der Türkei, der türkischen Fahne oder die Identifikation mit türkischen Fußballvereinen oder Herkunftsorten ist. Hinzu käme eine ungeklärte und verengte Beziehung zur eigenen Religion (oft von außen gesteuert) und die schädliche Wirkung von Social Media mit ihren einseitigen Clips und Kurztexten. Umso wichtiger sei es, den Schülern ganz praktisch Erfahrungen von Demokratie bzw. Mitsprache an der Schule zu ermöglichen. Nicht zuletzt gehe es auch um auch symbolische Gesten der ‚Anerkennung‘, wie etwa ein gemeinsames Fastenbrechen in der Schule.

Frau Heckmann sprach über ihre 20-jährigen Erfahrungen in der Leitung des Campus Rütli und betonte, dass die Schule als sozialer Ort zu betrachten sei, in dem alle – auch außerschulische Akteure – an einem Strang ziehen müssten. Innovation und Kreativität seien gefragt – oft gehe es darum, die vorhandenen Spielräume zu nutzen. So sei es etwa gelungen, die Eltern besser durch ‚Lernentwicklungsgespräche‘ und ‚Elternfrühstücke‘ einzubeziehen. Auf der curricularen Ebene hätten eine über zwei Jahre laufende ‚Nahost-AG‘ sowie ein Kurs über ‚Glauben und Zweifeln‘ viel dazu beigetragen, dass sich Schüler mit dem Campus Rütli identifizieren konnten.

Jörg Schäfer machte deutlich, dass auch durch gut vorbereitete Projekttage, Schüler aktiviert und zur Teilhabe ermuntert werden könnten. So hätte zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Architektenkammer in Brandenburg den Schülern die Möglichkeit gegeben, Vorschläge für die Verbesserung von Städtebau und Verkehr in ihrer Heimatstadt zu erarbeiten. Aber auch ein Projekt über die globale Variation von Omelett-Rezepten könne inklusiv und aufklärend wirken.

Weitere gute Beispiele und eine Aufzeichnung der Diskussion mit Referierenden und Teilnehmenden können Sie hier verfolgen:

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