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Allgemein

DMS CAMPUS: III. ‘Zugehörigkeit in der Migrationsgesellschaft’ – Demokratiebildung und der Nahostkonflikt in Schulen – Vom Umgang mit Emotionen in der pädagogischen Praxis

By 28. Mai 2024Juni 18th, 2024No Comments

In diesem Webinar ging es um Möglichkeiten für Lehrende und Schüler, den Nahostkonflikt, insbesondere den Krieg zwischen Israel und der Hamas seit dem 7. Oktober 2023, konstruktiv und kompetent in Schulen zu behandeln.

Mehrfach betonte Jouanna Hassoun, Geschäftsführerin von Transaidency e.V. und Organisatorin zahlreicher Gespräche in Schulen, dass der aktuelle Krieg in Gaza so stark emotionalisiere wie kein anderer internationaler Konflikt. Kinder und Jugendliche aus Familien mit einschlägigen (oft traumatischen) Erlebnissen in der Region seien ebenso betroffen wie Lehrerinnen und Lehrer, die sich angesichts der Komplexität des Themas und extrem verstörender Bilder überfordert zeigten.

Mehmet Can, Lehrer am Campus Rütli in Berlin-Neukölln, bestätigte diese Diagnose: Der Terrorangriff der Hamas habe eine neue Dimension in das ohnehin schwierige Thema gebracht und zunächst zu einer Verhärtung der Fronten auch in seiner Schule geführt. Umso wichtiger seien die Projekte und Unterrichtsangebote gewesen (darunter der mit Schülern entwickelte Comic ‚Mehr als 2Seiten‘ (https://mehrals2seiten.de), die er und seine Kolleginnen und Kollegen über viele Jahre hinweg entwickelt und umgesetzt hätten. Dadurch sei es gelungen, den Jugendlichen auch in Stresssituationen konstruktiv zu begegnen.

Jouanna Hassoun stellte ihr Konzept der ‚brave spaces‘ vor, das sie bei ihren Schuleinsätzen gemeinsam mit ihrem deutsch-israelischen Kollegen mit Schülern entwickelt hat. Auch hier stehe zunächst die Schaffung eines gemeinsamen Raumes im Mittelpunkt, der es allen Beteiligten ermögliche, sich emotional einzubringen und ‚gehört‘ zu fühlen. Dies könne eine Grundlage für weitere aufklärende Gespräche zur Struktur und Geschichte des Konflikts bilden. Der gemeinsame Wertehorizont müsse – auch bei unvereinbaren Sichtweisen – immer der universelle Wert menschlichen Lebens sein.

Einig waren sich alle, dass ein Fokus auf kontinuierliche Fortbildung der Lehrenden, Selbstreflexion sowie auf echte Begegnungen und Dialog zu setzen sei. Eine weitere zentrale Herausforderung sei die Vermittlung von Medienkompetenz, um einen intelligenten Umgang mit der Flut an Bildern und Falschinformationen in den sozialen Medien zu trainieren.

Weitere spannende Erfahrungsberichte und Hinweise auf Materialien können Sie der Aufzeichnung der Diskussion mit Jouanna Hassoun und Mehment Can (moderiert von Marfa Heimbach) entnehmen:

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