Hilfe beim Ankommen

Wie ist es, in Deutschland anzukommen? Welche Probleme und Hindernisse gibt es beim Einleben in die deutsche Gesellschaft?

Projektausgangslage und Ziele

Das Projekt “Starter-Kit: Hilfe beim Ankommen” reagierte auf die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre durch die gestiegene Zahl an neu angekommenen Menschen in Deutschland. Deshalb haben wir uns mit dem Projekt zum Ziel gesetzt, politische Bildungskonzepte für geflüchtete und migrierte Menschen, ausgehend von ihren existierenden Bedarfen, neu zu entwickeln. Dazu haben wir über 70 Personen mit Migrationserfahrung (freiwillig und geflohen) zu ihrem persönlichen Prozess des Ankommens in Deutschland und die dabei gemachten Erfahrungen befragt.        

Projektphasen: 1. Interviewphase & Analyse

 

 

Im Zeitraum von April bis Dezember 2016 haben wir 71 teil-narrative Interviews durchgeführt und anschließend transkribiert. Diese wurden mit der Methode der qualitative Inhaltsanalyse nach Robert Kaiser (2014) ausgewertet. Dazu wurden die Interviews kodiert und in Kernaussagen unterteilt. Die Aussagen beschreiben die Lebens- und Lernumstände der Interviewten und erschwerende Faktoren für das Ankommen. Zudem benennen sie Bedarfe und Wünsche an die politische Bildung, die von den Interviewten direkt oder indirekt geäußert wurden.

2. Workshops

 

 

Im „Workshop zum Erfahrungsaustausch – Ankommen in Deutschland“ am 23. September in Berlin wurden die Kernaussagen aus den Interviews erstmals präsentiert sowie diskutiert. In einem zweiten „Co-Design Workshop“ am 28. & 29. Oktober wurden die Ergebnisse mit Expert*innen aus dem Feld der politischen Bildung sowie Geflüchteten diskutiert. Ziel war es, die Expertise aus Theorie und Praxis der politischen Bildung sowie die Perspektive von Menschen mit Migrationserfahrung vor Abschluss der Analyse mit einzubeziehen. Im Workshop entwickelten wir zudem gemeinsam mit den Expert*innen und Migrant*innen Handlungsempfehlungen und konkrete Vorschläge zur Umsetzung in der politischen Bildung.

3. Projektbericht

 

 

 

Aktuell wird an dem Bericht geschrieben, der neben den gesammelten Erfahrungen auch konkrete Handlungsempfehlungen für die politische Bildung mit Geflüchteten und Migranten*innen enthalten soll. Das Wissen um die Lebenslagen, Bedarfe und Wünsche von Menschen mit Migrationsgeschichte soll es erleichtern, Lehrmaterialien und Methoden zu entwickeln, die diese ansprechen, ihre Fragen aufgreifen. Gleichzeitig sollen Lehrende befähigt werden, praxisorientierte Antworten jenseits allgemeingültiger, normativer Vorstellungen des Lebens in Deutschland zu geben. Der Bericht wird im Frühjahr der Bundeszentrale der politischen Bildung vorgelegt.

Team

Das Projekt wurde von Sarah Haupt beantragt und bis Mai 2017 geleitet. Anschließend übernahm Jonas Deitert die Projektleitung bis zum Ende der Förderphase. Das Projekt wurde unterstützt von den wissenschaftlichen Hilfskräften Julie Andersen, Felix Mannhöfer, Rabea Hoffmann, Alexander Repenning und Lina Ewert. Prof. Dr. Anja Besand, die an der TU Dresden die Professur für Didaktik der politischen Bildung inne hat, begleitete das Projekt wissenschaftlich. Wir bedanken uns auch bei der Beteiligung aller Personen, die wir zu ihren Erfahrungen des Ankommens befragen durften, allen Dialogmoderator*innen, die Interviews durchgeführt haben und den Teilnehmer*innen der Workshops.

Förderer

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